10 Brüsseler Bühnen für zeitgenössischen Tanz

10 Brüsseler Bühnen für zeitgenössischen Tanz

Sie interessieren sich für zeitgenössischen Tanz? Dann sind Sie in Brüssel genau richtig! Die Stadt ist eine echte Hochburg der zeitgenössischen Tanzszene, die Choreographen und Tänzer aus aller Welt anzieht.

Unvergessen ist auch das Festival Radikal. Dance from Brussels, das 2017 in Berlin unter der Schirmherrschaft von Sasha Walz auch außerhalb der Brüsseler Stadtmauern eine wunderbare Kostprobe der Brüsseler Tanzszene bot!

An dieser Stelle präsentieren wir Ihnen die 10 wichtigsten und spannendsten Brüsseler Bühnen für zeitgenössischen Tanz. Das ganze Jahr über gibt es zahlreiche Tanzeveranstaltungen und -darbietungen. Den Saisonhöhepunkt bilden allerdings der Februar und der März, wenn das große Brüsseler Tanzfestival Dance! stattfindet.

  • Humanimal © Guillaume Escallier

    Théâtre National

    Das Théâtre National Wallonie-Bruxelles wurde 1945 gegründet und ist seitdem nicht mehr aus der Brüsseler Kulturlandschaft wegzudenken. Drei prächtige Säle mit ausgezeichneter Akustik heißen seit Jahren Theater- und Kulturhungrige willkommen. Das Programm ist sowohl anspruchsvoll als auch unterhaltsam, sowohl international als auch belgisch. Neben Theater finden auch regelmäßig Tanzveranstaltungen statt.   

    111/115 Bd Emile Jacqmain, 1000 Brüssel - www.theatrenational.be

    Kaaitheater

    Für Liebhaber des zeitgenössischen Tanzes zählt das Kaaitheater am Brüsseler Kanalufer zu den festen Adressen. Dabei handelt es sich nicht nur um ein Theater, sondern auch um ein avantgardistisches Kunstzentrum, das Sie leicht an seiner schönen Art-déco-Fassade erkennen können. Seit den 1980er-Jahren gilt es als Mekka für experimentelle darstellende Kunst. Hier geben sich regelmäßig belgische und internationale Avantgardekünstler die Ehre. Doch hier geht es nicht nur um Kunst um der Kunst willen, sondern auch um Themen wie Ökologie, Feminismus und andere gesellschaftliche Fragen. Für kleinere Produktionen empfiehlt sich das Kaaistudio, das in einer ehemaligen Brauerei untergebracht ist.

    20 square Sainctelette und 81 Rue Notre Dame du Sommeil, 1000 Brüssel - www.kaaitheater.be


    Jezebel © Bas de Brouwer

    KVS

    Das KVS, das Königliche Flämische Theater, war ursprünglich für ein klassisches Theaterrepertoire ausgelegt, passend zu den repräsentativen Fassaden im Stil der Neorenaissance. In den vergangenen Jahren hat sich das KVS zu einem vielseitigen zeitgenössischen Bühnenkunstzentrum entwickelt. Dabei liegt der Schwerpunkt auf zeitgenössischen  Ausdrucksformen, Integration und Interaktion. Das KVS heißt die Stadt in ihrer ganzen Vielfalt willkommen und versteht sich als getreues Abbild der interkulturellen Gesellschaft.

    7 Quai aux Pierres de Taille,  1000 Brüssel - www.kvs.be


    Moeder von Gabriela Carrizo & Peeping Tom

    Les Brigittines

    Les Brigittines ist eines der Brüsseler Aushängeschilder für zeitgenössische Bühnenkunst. Untergebracht ist Les Brigittines in einer ehemaligen Kapelle aus dem 17. Jahrhundert und ihrem modernen Pendant. Mit Dynamik und Herzblut konzentriert man sich hier auf Begegnungen mit neuen Formen der darstellenden Kunst. Die offensichtliche Vorliebe von Les Brigittines für den Tanz spiegelt sich das ganze Jahr über in den zahlreichen Kreationen, Gastspielen und Experimenten der auftretenden Künstler wider. Les Brigittines hat sich seinen Titel als „Schauspielhaus für Bewegung" redlich verdient. Fester Ankerpunkt ist jahrein jahraus das Sommerfestival Le Festival International, das sich auf zeitgenössische Bewegungsformen konzentriert und immer wieder spannende Neuentdeckungen bereithält.

    5 Place de la Chapelle, 1000 Brüssel - www.brigittines.be


    Totem Liri © Samantha Thepaut

    Beursschouwburg

    Direkt neben dem ehemaligen Börsengebäude befindet sich das wunderbare Kulturzentrum „Beursschouwburg“ (dt. Börsentheater).  Die Fassade zieren verschiedene Varianten und durcheinandergewürfelte Schreibweisen des Namenszugs, der wohl für jeden, der nicht des Niederländischen mächtig ist, ein echter Zungenbrecher ist: ein wunderbares Beispiel für die hier herrschende Selbstironie. Die Beursschouwburg ist ein multidisziplinäres kulturelles Kleinod, das immer wieder für Überraschungen gut ist. Alle sechs Monate wird ein Schwerpunktthema ausgegeben, das sich wie ein roter Faden durch die Aufführungen, Filme, Konzerte, Debatten und Veranstaltungen zieht.  Erfolgsrezept der Beursschouwburg ist der innovative, moderne und unkonventionelle Ansatz. Kleiner Tipp: Steigen Sie die 107 Stufen zur Dachterrasse hinauf – belohnt werden Sie mit einer wunderbaren Aussicht!

    20/28 Rue Auguste Orts, 1000 Brüssel - www.beursschouwburg.be


    The Sadness von Ula Sickle

    BOZAR (Palais des Beaux-Arts)

    Das BOZAR ist ein weiterer hochkarätiger Kunst- und Kulturtempel, der Ausstellungen, Konzerte, Kino, Literatur, Architektur und darstellende Künste unter seinem prachtvollen Dach vereint. Das BOZAR ist gewissermaßen eine Stadt in der Stadt.  Innovation, Vielfalt und Originalität sind hier die Schlagwörter. Das Gebäude des Palasts der Schönen Künste (frz. Palais des Beaux-Arts) stammt übrigens aus der Feder des Brüsseler Jugendstil- und Art-déco-Architekten Victor Horta.

    23 Rue Ravenstein, 1000 Brüssel - www.bozar.be

    Le 140

    Das Théâtre 140 – oder auch kurz Le 140 – ist ein emblematisches Theater in der Gemeinde Schaerbeek. Das Le 140 ist unbestreitbar ein fester Bestandteil des Brüsseler Kulturerbes und so wurde kurz nach dem Tod seines Gründers Jo Dekmine eine Straße nach ihm benannt. Seit 1963 sind hier Tanzveranstaltungen, Theaterstücke, Stand-up-Comedy und Konzerte zu sehen. Auch große Namen wie Pink Floyd, Serge Gainsbourg, Blondie und Queen haben sich bereits die Ehre gegeben – aber vor allem auch die Crème de la Crème der Tanzwelt von Pina Baush  bis Anne Teresa De Keersmaeker. Heute präsentieren sich im Le 140 sowohl etablierte Talente als auch aufstrebende Künstler. Erklärtes Ziel ist der Brückenschlag zwischen den verschiedenen Disziplinen… und natürlich die Darbietung unvergesslicher Tanz- und Theatervorstellungen für die Zuschauer.

    140 Avenue Eugène Plasky, 1030 Brüssel - www.le140.be

    Les Halles de Schaerbeek

    Die Halles de Schaerbeek befinden sich im Schatten der romanisch-byzantinischen Sankt-Marien-Kirche in der Gemeinde Schaerbeek. Seit 1991 dient diese ehemalige Markthalle aus Glas und Stahl als europäisches Kulturzentrum: ein klassisches Beispiel für eine gelungene Umwidmung eines Industriekomplexes. Seine heutige Identität mit dem Schwerpunkt Zirkus, Tanz und Performance hat sich erst in den vergangenen zehn Jahren herausgebildet. Vor allem europäische Projekte, die verschiedene Kulturen, Sprachen und Visionen miteinander konfrontieren, prägen das Programm.           

    22a Rue Royale-Sainte-Marie, 1030 Brüssel - www.halles.be


    Hive © Daniue Putnas

    La Balsamine

    Das wunderbare Théâtre La Balsamine ist von der Überzeugung beseelt, dass Kunst so vielen Menschen wie möglich zugänglich gemacht werden sollte. Das Motto des Theaters: Kunst um der Kunst willen. Dabei wird das Théâtre La Balsamine nicht müde, den Sinn des Lebens in einer sich ständig verändernden Welt immer wieder zu hinterfragen – mit Kreativität, Originalität, Intelligenz und Witz. Den Künstlern wird die Freiheit gelassen, ihren Stil, ihre Werte und den Rahmen, in dem sie arbeiten, zu hinterfragen und sich selbst und ihre Beziehung zur Welt immer wieder neu zu erfinden. Klingt abstrakt? Überzeugen Sie sich selbst, stoßen Sie die Türen auf und freuen sich auf ein besonderes Kulturerlebnis.

    1 Avenue Félix Marchal, 1030 Brüssel - www.balsamine.be

    Charleroi danse – La Raffinerie

    Das alte Molenbeek wird aufgrund seiner Ähnlichkeit mit der britischen Industriehochburg des 19. Jahrhunderts gemeinhin auch als „Little Manchester“ bezeichnet. Ein Überbleibsel aus dieser Zeit ist die ehemalige Zuckerfabrik Gräffe mit ihren Backsteinmauern und dem schmiedeeisernen Gerüst. Seit 1979 hat das Gebäude eine kulturelle Funktion: In der legendären Konzerthalle Plan K spielten in den 1980er-Jahren zahlreiche Kultbands. Nach den Renovierungsarbeiten bezog der Brüsseler Ableger von Charleroi Danse (das Choreografiezentrum der Föderation Wallonie-Brüssel) hier sein Quartier und öffnete die Bühne für zahlreiche Künstler „in Residence“ und Tanzaufführungen. Sie merken schon: Die Raffinerie ist ein Ort für Tanzliebhaber.

    21 Rue de Manchester, 1080 Brüssel - www.charleroi-danse.be

     

    Mehr zum Thema:
    - Let's dance! Die Brüsseler Tanzszene in Bewegung - veröffentlicht am 24.04.2021 (auf Englisch)
    - Let's dance! Die Brüsseler Tanzszene in Bewegung II - veröffentlicht am 29.04.2021 (auf Englisch)

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