2019 – das Jahr des 450. Todestags von Pieter Bruegel

Brüssel und Bruegel sind untrennbar miteinander verbunden. Der Maler verbrachte einen Großteil seines Lebens in Brüssel und wurde hier auch bestattet. Bis heute können zahlreiche Werke in den schönsten Brüsseler Museen bewundert werden.

Die Künstler Pieter Bruegel

Pieter Bruegel (1525? – 1569) gilt, bei weitem, als der größte niederländische Maler des 16. Jahrhunderts. Seine Landschaftsmalerei und seine Darstellungen von Szenen des bäuerlichen Lebens („Genremalerei“) bilden die Grundlage seines Weltrufs. Bereits im 16. Jahrhundert hatten die Sammler der Habsburger einen Blick für die herausragende Qualität und die Besonderheit von Bruegels Bildersprache und erwarben verschiedene Kunstwerke von ihm. Der hohe Bekanntheitsgrad von Bruegel geht auch auf die herrlichen Kompositionen selbst zurück, die häufig eine moralische Botschaft bergen und stets eine große Zahl an Personen darstellen. Oftmals laden sie den Betrachter zum Nachdenken über den Inhalt der Gemälde ein, deren Komplexität sich über mehrere Ebenen erstreckt. Gemälde wie „Die flämischen Sprichwörter“, „Kinderspiele“, „Die tolle Grete“, „Hochzeitstanz im Freien“ und „Schlaraffenland“ sind weltbekannt und unverkennbar für seinen Stil.

  • Bruegel und Brüssel

  • Um sich dem Geld und der Macht – und somit potentiellen Kunden – anzunähern, zog Bruegel 1563 nach Brüssel, wo er sich im Marollenviertel niederließ. Seinerzeit war das Chapelle-Viertel, heute bekannt als Marollen, alles andere als volkstümlich oder ärmlich. Das großzügige Haus, das er bewohnte, befand sich in einer der wohlhabendsten Straßen Brüssels. Im 16. Jahrhundert zählte Brüssel zu einem der wichtigsten politischen Machtzentren Europas. Nicht weit von dort, auf dem Mont des Arts, erhob sich der Coudenberg-Palast, einer der Hauptwohnsitze von Charles Quint. Die Überreste des Palasts wurden inzwischen zu einem Museum umfunktioniert. Brüssel war ein echter Dreh- und Angelpunkt für Künstler und den neuen städtischen Adel. Legen Sie einen Abstecher zum Bruegel-Haus „Maison Bruegel“ ein, das aus dem 16. Jahrhundert stammt.

  • Bruegel in 2019

  • Brüssel und das angrenzende Pajottenland dienten Bruegel immer wieder als Inspirationsquelle: Immerhin zwei Drittel seiner rund vierzig Gemälde entstanden dort! Einige Fußminuten von den Marollen entfernt, oben auf dem Mont des Arts, wohnten einst seine mächtigen Mäzene. Heute befindet sich hier ein Großteil der Werke von Bruegel: Nach dem Kunsthistorischen Museum in Wien, sind es die Königliche Museen der Schönen Künste von Brüssel, die die größte Bruegel-Gemäldesammlung ihr Eigen nennen kann. Darüber hinaus besitzt die Königliche Bibliothek ganze 90 Radierungen und Stiche von Bruegel. Sämtliche Werke können im Rahmen der 2019 stattfindenden Ausstellung bewundert werden. Nach seinem Tode wurde Bruegel in der Kapellenkirche in den Marollen bestattet, wo bis heute seine Grabinschrift zu sehen ist. Um noch tiefer in jene in Brüssel besonders dynamische Epoche einzutauchen, können sie das Museum Porte de Hal besuchen.

  • Dies alles ist Grund genug, dass Brüssel den 450. Todestages dieses Großmeisters gebührend feiert und ihm eine ganze Reihe von Veranstaltungen widmet. 2019 haben verschiedene Veranstalter thematische Stadtführungen rund um Bruegel im Programm, die den Besucher unter anderem zu den wichtigsten Stätten seines Wirkens führen und spannende Einblicke in seine Epoche gewähren. Wandeln auch Sie auf den Spuren Bruegels und entdecken Sie nicht nur sein künstlerisches Werk, sondern auch seine Lebenswelten im Brüsseler Stadtzentrum!