Henry van de Velde (1863 – 1957)

Van de Velde war ursprünglich Maler, betätigte sich in der Folge aber auch als Architekt, Innenarchitekt, Lehrer und künstlerischer Berater. Er hinterließ ein eindrucksvolles Werk mit zahlreichen Kreationen in Belgien, Deutschland, den Niederlanden und Frankreich.

Henry van de Velde zählt zu den wichtigsten Vertretern des Jugendstils. In seinen Arbeiten bezog er sich auf eine von ihm selbst entwickelte Theorie, die er in seinen Publikationen erläuterte. Nach einer seinen ersten Erfolgen in Belgien zog es ihn nach Deutschland, wo er sein künstlerisches Talent frei entfalten konnte. Mit der Gründung der Kunstgewerbeschule Weimar reformierte er die Lehre der Kunst und legte gleichzeitig den Grundstein der modernistischen Bewegung, die die Architektur und die dekorativen Künste bis weit ins 20. Jahrhundert hinein beeinflussen würde. Nach kurzen Aufenthalten in der Schweiz und in den Niederlanden kehrte er 1926 nach Belgien zurück, um mit seinem Lehrsystem auch hier den dekorativen Künsten neuen Schwung zu geben. Höhepunkt war die Gründung der Kunstschule La Cambre im Jahr 1926. 1947 machte sich Van de Velde erneut in Richtung Schweiz auf, wo er die letzten zehn Jahre seines Lebens mit der Verfassung seiner Memoiren verbrachte.

Henry van de Velde war ein Schöpfer mit zahlreichen Facetten. Durch seine Arbeiten machte er sich auch international einen Namen.

Quelle: Werner Adriaenssens, Conservateur Art Décoratifs et industries d'art XXè siècle, art graphiques, Musées Royaux d'Art et de l'Histoire