Blake & Mortimer, 75 Jahre Abenteuer!

Blake & Mortimer, 75 Jahre Abenteuer!

Echte Comic-Fans wissen, dass die Stadt Brüssel bei der legendären Comic-Serie Blake und Mortimer eine zentrale Rolle spielt, denn sowohl ihr Urheber Edgar P. Jacobs als auch seine Nachfolger ließen sich immer wieder von der belgischen Hauptstadt und ihrem Kulturerbe inspirieren. Nutzen Sie Ihren Besuch in Brüssel, um auf den Spuren von Blake und Mortimer zu wandeln. 

Anlässlich des 75. Geburtstags der beiden Comic-Helden wurde im Marollenviertel – genauer gesagt in der Rue du Temple – ein neues Comic-Wandbild eingeweiht. Und die Wahl fiel nicht zufällig auf die Marollen, denn eben hier in diesem urtypischen Brüsseler Viertel lebte einst Edgar P. Jacobs. Das Wandbild ist eine Anspielung an das Comic-Album „Das gelbe M“.

Würden Sie alle Brüsseler Schauplätze der Serie wiedererkennen? Sehen Sie selbst und begleiten Sie uns auf eine Comic-Ortsbegehung!

  • Das Brüsseler Wahrzeichen: das Atomium

    In dem Album „Die Sarkophage des 6. Kontinents“ verschlägt es Captain Blake und Professor Mortimer nach Brüssel, wo sie den Kaiser Asoka daran hindern müssen, die Brüsseler Weltausstellung 1958 zu sabotieren. Dabei ist das Atomium sicherlich das berühmteste Brüsseler Wahrzeichen. Errichtet wurde es eigens für die Weltausstellung. Es stellt ein 165-milliardenfach vergrößertes Eisenkristall mit neun Atomen dar und zelebrierte einst den technologischen und wissenschaftlichen Fortschritt – insbesondere im Bereich der Nukleartechnik. Das Atomium heißt bis heute unzählige Besucher willkommen, die von den höchsten Metallkugeln aus den fantastischen Panoramaausblick genießen oder eine der zahlreichen Ausstellungen besuchen, die hier jedes Jahr stattfinden.  


    © 2021 Editions BLAKE & MORTIMER / Studio Jacobs (Dargaud Lombard s.a.)

    Justizpalast, Sablon und Marollenviertel

    Der Comic-Zeichner François Schuiten, der an dem Blake-und-Mortimer-Spezial „Der letzte Pharao“ mitgewirkt hat, hat die bombastische Architektur, die labyrinthartigen Korridore und Treppen des Brüsseler Justizpalasts mit scharfem Bleistiftstrich wunderbar eingefangen. In der Story geht es um ein mysteriöses Magnetfeld, das das gigantische Gerichtsgebäude des Architekten Joseph Poelaert ausstrahlt. Auch in Wirklichkeit übt dieser „Tempel des Rechts“ eine fast schon magnetische Faszinationskraft aus: Der Bau des Justizpalasts dauerte von 1866 bis 1883, d. h.  ganze siebzehn Jahre! Er thront auf dem so genannten Galgenberg, wo im Mittelalter Verurteilte gehängt wurden. Seine bewegte Geschichte und die besondere Architektur machen den Justizpalast zu einem der mythischsten Gebäude Brüssels – ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall!

    Der Justizpalast überragt übrigens das Marollenviertel, wo man zwischen traditionell aufmüpfigen Bewohnern, urtypischen Cafés und dem legendären Flohmarkt die wahre Brüsseler Seele finden kann. Das Marollenviertel liegt übrigens gleich neben dem Sablon, wo Edgar P. Jacobs seine ersten Lebensjahre verbrachte.


    © 2021 Editions BLAKE & MORTIMER / Studio Jacobs (Dargaud Lombard s.a.)

    Museum für Kunst und Geschichte

    Im Herzen des EU-Viertels können Sie eines der reichsten und renommiertesten Museen der belgischen Hauptstadt besuchen: das Museum für Kunst und Geschichte (Musée Art & Histoire), das seine Besucher auf eine Reise durch die Kontinente und Epochen einlädt. Seine eindrucksvolle und geheimnisumwobene Sammlung diente bereits zahlreichen Comic-Autoren als Inspirationsquelle, darunter auch Hergé und Edgar P. Jacobs. Letzterer ließ sich für sein Album „Das Geheimnis der großen Pyramide“ von einem der wichtigsten Köpfe des Museums inspirieren: Jean Capart (1877-1947), seines Zeichens Kurator des Museums und gewissermaßen Urvater der Ägyptologie in Belgien, prägte Generationen durch seine Persönlichkeit und seine klugen Ankäufe antiker Exponate, die bis heute zum internationalen Ruf des Museums beitragen. Der berühmte Ägyptologe erscheint in dem fraglichen Werk als Dr. Großgrabenstein. Dasselbe Album enthält zahlreiche Verweise auf die ägyptische Antiquitätensammlung des Museums, darunter das Fragment des Reliefs der Königin Tiyi, die Skulptur „Dame de Bruxelles“ usw. 


    © Musées royaux d’art et d’histoire – Bibliothèque  & © 2021 Editions BLAKE & MORTIMER / Studio Jacobs (Dargaud Lombard s.a.)

    Die besten Comic-Sehenswürdigkeiten der Comic-Hauptstadt Brüssel

    Brüssel macht seinem Ruf als Comic-Hauptstadt in vielerlei Hinsicht alle Ehre. Da wäre zum Beispiel das berühmte Belgische Comic-Zentrum, das neben seinen ständigen Sammlungen jedes Jahr spannende Wechselausstellungen zeigt, die auch zahlreiche internationale Besucher anziehen. Von September 2021 bis April 2022 zeigt das Comic-Zentrum die Ausstellung Le Secret des Espadons („Das Geheimnis des Schwertfischs“) und setzt dabei das erste und das letzte Album der Blake-und-Mortimer-Serie in Perspektive: Erscheinungstermin der französischen Ausgabe von „Der letzte Schwertfisch“ (frz. Le Dernier Espadon) aus der Feder von Jean Van Hamme, Teun Berserik und Peter van Dongen ist November 2021. Und so zeigt die Ausstellung nicht nur die historische Bedeutung des Werks, sondern auch seine erstaunliche Aktualität.

    Ein weiteres Comic-Highlight der belgischen Hauptstadt ist der Comic-Parcours, der derzeit mehr als 70 überdimensionale Comic-Wandbilder umfasst. Tim & Struppi, Thorgal, Marsupilami, Spirou, die Schlümpfe und viele andere bunte Comic-Helden zieren seit 1991 die Brüsseler Häuserfassaden. Teil des regelmäßig erweiterten Parcours ist, wie bereits erwähnt, ein Wandbild mit Anspielungen an das Blake-und-Mortimer-Album „Das gelbe M“.

    Wenn Sie einen kleinen Eindruck von der Atmosphäre bekommen möchten, die Edgar P. Jacobs Mitte des 20. Jahrhunderts in Brüssel erlebte, empfehlen wir Ihnen drei Cafés, in denen die Zeit stehengeblieben zu sein scheint: das Café Greenwich, wo einst der Surrealist René Magritte regelmäßig Schach spielte; das Cirio, wo Sie ein echtes „Half-en-half“ kosten können, denn man munkelt, dass dieses typische, aus Schaumwein und Weißwein bestehende Brüsseler Getränk einst hier im Cirio erfunden wurde; oder das prunkvolle Café Métropole, direkt neben dem gleichnamigen Hotel mit seiner glanzvollen Vergangenheit...