Brüssel – praktische Informationen und Zahlen

Brüssel ist nicht nur die Hauptstadt des belgischen Königreichs, sondern auch die Hauptstadt Europas.

Brüssel ist eine aufgeschlossene und weltoffene Stadt, eine Stadt, die ihre Besucher mit offenen Armen empfängt und mit einem breitgefächerten Angebot für jeden Geldbeutel und jedes Alter begeistert. Eine kosmopolitische Stadt, die genießerisch zu schwelgen versteht und deren Schönheit sich manchmal erst auf den zweiten Blick offenbart.

Dabei tickt Brüssel immer ein wenig anders, denn die Stadt pflegt ihren ganz eigenen, ja manchmal eigensinnigen Stil: mal widerspenstig und schelmisch, mal nachdenklich und bedächtig, aber stets unwiderstehlich sympathisch. Trotz der europäischen Dimension und trotz des Sprachwirrwarrs, das man an fast jeder Straßenecke vernehmen kann, hat sich Brüssel bis heute ein wenig von seinem Dorfcharakter bewahrt.

Natürlich ist Brüssel berühmt für den prunkvollen Grand-Place, das futuristische Atomium, das putzige Manneken-Pis, die zahlreichen Bierspezialitäten, die knusprigen Waffeln und die zart schmelzenden Schokoladen- und Pralinenträume..., (an denen tatsächlich kein Weg vorbeiführt!). Doch wenn wir Ihnen einen Tipp mit auf den Weg geben dürfen: Nehmen Sie sich die Zeit, in das ganz besondere Ambiente der Brüsseler Stadtviertel einzutauchen. Flanieren Sie durch das Viertel der Modeschöpfer rund um die Rue Antoine Dansaert, vorbei an dem Ausgehviertel zwischen den Halles Saint-Géry und dem Place Sainte-Catherine, machen Sie einen Abstecher in das lebendige Saint-Boniface-Viertel mit seinen unzähligen Restaurants und Bars. Kultur und Café-Terrassen… und sogar einen beschaulichen Teich gibt es rund um den Place Flagey, während es im Châtelain-Viertel mit seinem Mittwochsmarkt ums Sehen und Gesehenwerden geht.

Es offenbart sich Ihnen eine Stadt, die mit der Zeit geht und die mit sich selbst im Reinen ist. Eine Stadt der Mode, des Designs und der Kreativität.

Genießen Sie Brüssel, man erwartet Sie schon!

  • Brüssels Herz schlägt für Europa

    Brüssel ist nicht nur Sitz der Europäischen Union und der NATO, sondern auch ein wichtiger internationaler Finanzplatz. Rund 2000 internationale Unternehmen haben hier ihren europäischen Hauptsitz. Und auch auf dem Gebiet der Wissenschaften birgt Brüssel ein enormes Potential. Die flexible wirtschaftliche Infrastruktur beschert Brüssel auch im Hinblick auf den großen technologischen Wandel des 21. Jahrhunderts eine große Anpassungsfähigkeit.

    Brüssel in Zahlen

    • Ähnlich wie die Pariser Arrondissements und die Londoner Boroughs verfügt jede der Brüsseler Gemeinden über eine eigene Postleitzahl, z. B. 1050 für Ixelles, 1180 für Uccle etc.
    • Die Region Brüssel-Hauptstadt setzt sich aus 19 Gemeinden zusammen: Anderlecht (1070), Auderghem (1160), Berchem-Sainte-Agathe (1082), Bruxelles-Ville (1000 et 1020), Etterbeek (1040), Evere (1140), Forest (1190), Ganshoren (1083), Ixelles (1050), Jette (1090), Koekelberg (1081), Molenbeek-Saint-Jean (1080), Saint-Gilles (1060), Saint-Josse-Ten-Noode (1210), Schaerbeek (1030), Uccle (1180), Watermael-Boitsfort (1170), Woluwe-Saint-Lambert (1200) und Woluwe-Saint-Pierre (1150).
    • Die städtischen Grünflächen (Parks – Wälder) erstrecken sich über 11,4 % des Stadtgebiets.
    • Es herrscht ein gemäßigtes Seeklima.
    • Die Durchschnittstemperatur beträgt im Sommer ± 16°Celsius und im Winter ± 3°Celsius.
    • Die zentralen Brüsseler Boulevards befinden sich 15 m über dem Meeresspiegel, der Place Madou liegt auf 52 m Höhe, während die Anhöhen der Parks Forest und Duden 100 Meter erreichen.
    • Um das Brüsseler Stadtgebiet herum wurde in 6 km Entfernung zum Stadtzentrum eine Ringautobahn gebaut, die die Verkehrssituation in und um Brüssel entlasten soll.

    Top 10 der Museen und Sehenswürdigkeiten

  • Geld

    In Brüssel wird mit dem Euro bezahlt.

    Die Banken sind im Allgemeinen montags bis freitags von 9:00 bis 15:30 Uhr geöffnet, einige Banken sind zusätzlich am Samstagvormittag geöffnet. Über das gesamte Stadtgebiet verteilt befinden sich Geldautomaten. Die Logos der akzeptierten Kreditkarten sind jeweils am Geldautomaten ausgezeichnet.

    Kreditkarten

    In zahlreichen Geschäften, Boutiquen, Restaurants, Autovermietungen etc. kann mit Kreditkarten bezahlt werden. Bei Verlust oder Diebstahl können Sie Ihre Kreditkarte rund um die Uhr unter folgender Telefonnummer sperren lassen: CARD STOP 070 344 344

    Geldautomaten

    Hier finden Sie einen Stadtplan, auf dem alle Geldautomaten des Brüsseler Stadtgebiets verzeichnet sind. An den Geldautomaten können Sie mit Ihrer Bankkarte Bargeld (Euro) abheben. http://www.bruxelles.be/6660    

     

    Fundsachen

    Flugzeug

    Gepäckermittlung: 0032-(0)2 723 60 11
    In den Flugzeugen des Handling-Unternehmens Avia Partners: 0032 - (0)2 723 07 07
    Fundbüro des Flughafens: 0032- (0)2 753 68 20

    Metro, Bus, Straßenbahn

    Fundbüro an der Metrostation Porte de Namur, geöffnet montags und mittwochs 12 bis 18 Uhr.

    Bahn

    Wenn Sie die Zugnummer und den Zielbahnhof des Zuges kennen, wenden Sie sich am besten an den nächsten Bahnhof oder den Zielbahnhof. Nach 3 Wochen können Sie sich an die Zentralstelle wenden: 0032-(0)2 224 55 91.

    Im öffentlichen Raum

    Wenden Sie sich an das örtliche Polizeipräsidium oder das Hauptkommissariat.

    • Hauptkommissariat Brüssel: Rue du Marché-au-Charbon 30 – 1000 Brüssel, 0032-(0)2 279 79 79 - (0)2 279 83 20

    Taxi

    Wenden Sie sich an das örtliche Polizeipräsidium.

  • Die Brüsseler Stadtgeschichte

    Vom Zeitpunkt der ersten Siedlungen an begünstigten die bemerkenswerten geographischer Bedingungen die Entwicklung eines großen städtischen Ballungsraums. Die Stadt Brüssel, die letztendlich aus der Verschmelzung zweier gegensätzlicher Regionen entstand – einer sumpfigen Hochebene im Westen und einer Hügellandschaft mit Tiefebenen im Osten –  verstand es stets, sich ihre zentrale Position zunutze zu machen. Zunächst, indem Brüssel der Stadt Löwen den Rang als Hauptstadt des Herzogtums Brabant ablief. Und später im Laufe der Jahrhunderte, indem sie im Zuge unterschiedlicher Regimes ihre politische Funktion stärkte… um schließlich in den Rang der europäischen Hauptstadt erhoben zu werden.

    Die Anfänge

    Von welchem Zeitpunkt an kann man mit Sicherheit behaupten, dass Brüssel all jene Eigenschaften aufwies, die eine Siedlung zur Stadt machen? Auf diese Frage gibt es bis heute keine zufriedenstellende Antwort und so bleibt Brüssel für Historiker bislang ein ungelöstes Rätsel. Einige Anhaltspunkte lieferten Ausgrabungen auf dem heutigen Brüsseler Stadtgebiet, die ergaben, dass sich im Laufe der Jahrhunderte zunächst jungsteinzeitliche Siedlungen, später römische Villen und schließlich merowingische Höfe ansiedelten. Eines der Anwesen soll dabei Vindicianus, dem Bischof von Cambrai, um 695 als Krankenlager gedient haben.

    Doch erst in der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts kommt ein wenig mehr Licht ins Dunkel: 977 fiel die dörfliche Siedlung Karl, dem Herzog von Niederlothringen anheim, der hier auf der Senne-Insel eine Burg und eine dem Heiligen Goorik genwidmete Kapelle erbauen ließ.

    Die mittelalterliche Stadt

    Im Laufe der Jahre siedelten sich verstärkt Handwerker und Kaufleute um die Burg herum an, während das Anwesen in den Besitz der Grafen von Löwen überging. Einer von ihnen, Lambert II., nahm das ehrgeizige Projekt einer Stadtmauer in Angriff, deren Bau sich über ein halbes Jahrhundert hinzog. Gleichzeitig verließen die Grafen ihren bisherigen Wohnsitz (Castrum) und bezogen ihren neuen Sitz, der auf den Anhöhen des Coudenberg erbaut worden war. Brüssel war inzwischen zu einer echten Stadt geworden – und um Zugang  erhalten, musste man eines der sieben Stadttore passieren. Eine echte Stadt, die sich den Herrschern, den Herzogen von Brabant und dem Patrizierbürgertum besonders zugetan zeigte und so nach und nach einen politischen Status erhielt. 

    Symbol der Macht dieser Klasse des Bürgertums ist auch die Urkunde des Herzogs Johann II., mit der er seinen sieben Abstammungslinien das Privileg zuerkannte, die Schlüssel der sieben Stadttore der ersten Stadtmauer zu verwahren. Die zweite Stadtmauer, die 1379 fertiggestellt wurde, verlief entlang der heutigen Boulevards des Kleinen Rings. Das gesamte Mittelalter war geprägt von zahlreichen Auseinandersetzungen zwischen dem Volk und seinen Herrschern. Und ebenso wie in den großen flämischen Städten zählten die Weber hier zu den aufrührerischsten Gruppen.

    Als Johann III. 1355 ohne männlichen Thronfolger verstarb, nutzte der Graf von Flandern die Situation aus, um seinen unbequemen Nachbarn zu schwächen. Und so flatterte nach der Niederlage der Brabanter Truppen die Fahne von Louis de Maele über Brüssel. Doch auch dies war nur von kurzer Dauer, denn zwei Monate später versammelten sich unter der Führung von Everard 't Serclaes rund hundert Männer, um gemeinsam die flämische Garnison zu verjagen. Die Herzogin Johanna und ihr angetrauter Ehemann Wenzel I. konnten in ihre Hauptstadt zurückkehren. Unter ihrer langen Herrschaft wurde 1402 auch der Grundstein des Rathauses gelegt. Mit dem Tod der Herzogin Johanna im Alter von mehr als 80 Jahren erlosch auch das ehrenwerte Haus Löwen, womit der Weg für das ambitionierte Haus Burgund frei war.

    Von den Burgundern zu den Habsburgern

    Mehr als ein Vierteljahrhundert herrschten drei Burgunder in Folge im Schatten von Aufständen und dynastischen Kämpfen über das Herzogtum. 1430 nahm Philipp der Gute Brabant in Besitz. Und so kam es, dass Brüssel – und nicht etwa Dijon – zur Hauptstadt des „Grand Duc d'Occident" (dt. Großherzog des Westens) wurde, der inzwischen den gleichen Rang wie die Könige und Kaiser erlangt hatte. Parallel hierzu vollzog sich eine bemerkenswerte wirtschaftliche Neuorientierung: Man widmete sich nun verstärkt der Fertigung von Luxusgütern. Das von den Burgundern in Angriff genommene Werk der Einigung der Niederlande erwies sich auch für Brüssel von Vorteil, das Sitz eines prunkvollen Hofs war, in dem namhafte Künstler und Handwerkskünstler ein- uns ausgingen. Die Irrungen und Wirrungen der Politik und der Eheschließungen machten Charles V., oder auch Karl V.,  zum Nachfolger der Burgunder. Er ließ sich im Brüsseler Coudenberg-Palast nieder. Und so bestätigt sich, trotz der Ablehnung seitens Malines, unwiderruflich die politische und administrative Vormachtstellung Brüssels als Hauptstadt der Niederlande, was der Stadt ein besonders rasches wirtschaftliches Wachstum bescherte.

    In den langen Jahren seiner Abwesenheit delegierte Karl V. seine Machtbefugnisse zunächst an seine Tante Margarete von Österreich und später an seine Schwester Maria von Ungarn. Auch seine Nachfolger ließen sich in Brüssel weiterhin durch Prinzen von Geblüt repräsentieren. Und wieder einmal ist es Brüssel, mehr als jede andere Stadt, das von der Zentralisierung innerhalb des immensen Herrschaftsgebiets der Habsburger profitierte.

    Und so versteht man wohl auch besser, weshalb Brüssel erneut an der Spitze des Aufstands gegen die von Madrid aus durch Philipp II. eingerichtete Schreckensherrschaft stand. Dabei waren die acht Jahre, in denen die Stadt unter den Grausamkeiten der Inquisition zu leiden hatte und deren trauriger Höhepunkt die Hinrichtung der Grafen de Egmont und de Hornes war, nur ein bitterer Vorgeschmack. Die Stadt, die hinter den Ideen Wilhelms von Oranien und des Kalvinismus stand, war nach Jahren des ebenso erbitterten wie auch ungleichen Kampfes ausgeblutet und beugte sich schließlich am 10. März 1585 Alessandro Farnese. Diese dunklen Jahre verzögerten noch ein wenig die positiven Effekte der Inbetriebnahme des Kanals von Willebroeck, mit dem die Stadt einen indirekten Zugang zum Meer erhielt.

    Trotz eines zaghaften Wiederaufblühens unter der Herrschaft der Erzherzoge Albert und Isabelle litt Brüssel durch das gesamte 16. und 17. Jahrhundert hindurch unter der lähmenden Dekadenz der spanischen Habsburger, ohne dass seine Rolle als Hauptstadt der spanischen Niederlande je in Frage gestellt worden wäre. Als Europa zunehmend in Aufruhr geriet, nahmen die Armeen von Ludwig XIV. am 13. und 14. August 1685 unter dem Kommando des Marschalls von Villeroy Brüssel unter Beschuss und zerstörten dabei zahlreiche Bauwerke. Und so dauerte es ganze vier Jahre bis der Grand-Place als eines der prächtigsten architektonischen Ensembles wieder hergestellt war. Als das Regime der österreichischen Habsburger 1716 an die Stelle ihrer spanischen Cousins trat, stand die Stadt erneut im Zeichen gesellschaftlicher Unruhen, die drei Jahre später mit der Enthauptung des Gildenältesten Frans Anneessens ein Ende fanden. Das tief traumatisierte Brüssel brauchte ganz 25 Jahre, bevor es sein Gleichgewicht wiederfand. Es war die Regierung Karls von Lothringen, die der Stadt neuen Aufschwung gab und gleichzeitig tiefgreifende städtebauliche Umstrukturierungen veranlasste.

    Kurz vor Ausbruch der Französischen Revolution wurde ein Drittel des gesamten Stadtgebiets umstrukturiert. Doch auch Brüssel entkam nicht den philosophisch-politischen Umwälzungen, die ganz Europa Ende des 18. Jahrhunderts erfassten. Der Kaiser Josef II., der mit den Ideen der Aufklärung sympathisierte, nahm eine Reihe von Reformen in Angriff. So gut die Absichten auch waren, ihre Umsetzung blieb ungeschickt, so dass sich rasch Widerstand formierte. Und als 1789 die Revolution in Paris ausbrach, schloss auch Brüssel sich der Bewegung an, die sich hier allerdings nur auf die Idee des Aufstands gegen den „Fremden“ beschränkte. Und dies im Namen der Verteidigung der alten Privilegien der katholischen Kirche und des Bürgeradels.

    Der lange Weg in Richtung Zukunft

    Nachdem die Habsburger ein letztes Mal die Revolte ihrer Untertanen der Niederlande niedergeschlagen hatten, mussten sie sich schließlich im Angesicht des französischen Directoires den Rückzug antreten. Nach der Schlacht von Waterloo und der Niederlage Napoleons wurde Brüssel, gemeinsam mit Den Haag, eine der beiden Hauptstädte des Königreiches der Niederlande.

    Die Revolution von 1830, die Unabhängigkeit Belgiens und die Ablehnung des holländischen Regimes waren für Brüssel eine entscheidende und unumkehrbare Etappe bei seinem Aufstieg zur Weltstadt. Von diesem Augenblick an würde die Stadt rasch sämtliche Attribute eines modernen Ballungsraums auf sich vereinen: Umwandlung der Stadtmauern in Boulevards, Bau der Bahnhöfe (der erste stammt aus dem Jahr 1835), Gründung einer Universität im Jahr 1834, Trinkwasserversorgung, Bau eines Kanalisationssystems, Umsetzung ambitionierter städtebaulicher Projekte, darunter die Überdachung der Senne, die nicht nur eine Sanierungsmaßnahme war, sondern auch die Gelegenheit, den Boulevards des Zentrums eine bis heute sichtbare, größere ästhetische Harmonie zu verleihen. Gleichzeitig konzentrierten sich im Zentrum zunehmend Verwaltungsfunktionen sowie kaufmännische und finanzielle Aktivitäten, während sich die Stadt verstärkt auch in die umliegenden Gemeinden ausbreitete.

    Und dieses rasche Wachstum zog im Laufe des 20. Jahrhunderts unweigerlich eine weitere Serie großer städtebaulicher Maßnahmen nach sich.

    In diesem Zusammenhang ging auch an Brüssel nicht der allgemeine Trend vorbei, der den Charakter der westlichen Metropolen zunehmend prägen würde. Metro und Hochhäuser veränderten zunehmend das traditionelle Stadtbild. Doch das architektonische Erbe Brüssels blieb dabei weitgehend erhalten – denn mehr denn je wird es heute geschützt und bewahrt. Und die Dynamik, mit der sich diese Stadt mit einer Million Einwohnern im Lauf der Jahrhunderte behaupten konnte, kommt inzwischen auch mit der Einrichtung der Hauptsitze der Europäischen Union, der NATO und zahlreicher anderer öffentlicher und privater internationaler Organisationen zum Ausdruck.