Die 10 Brüsseler Ausstellungs-Highlights des Sommers

Die 10 Brüsseler Ausstellungs-Highlights des Sommers

Ganz Brüssel träumt diesen Sommer von kleinen Fluchten, bunten Farben und sommerlicher Leichtigkeit. Zwischen zwei Café-Terrassen und einem Sonnenbad heißen die Brüsseler Museen Sie willkommen und servieren Ihnen eine Extraportion Kunst, Kultur und Geschichte! Ein Hauch von Hyperrealismus, ein Prise Design, einige im wahrsten Sinne des Wortes ikonische Werke des Künstlerduos Pierre et Gilles und Pierre Alechinsky. Kongolesische Kunst, eine Zeitreise durch die Geschichte der Fake News, Streetart, halbseidene Kinogeschichte, Avantgardismus aus den Niederlanden und interaktive Jugendstilkunst von Gustav Klimt eröffnen neue Horizonte.

Wir haben für Sie eine Auswahl der 10 Ausstellungs-Highlights des Brüsseler Sommers zusammengestellt.

  • (c) OrdinaryMan-ZharkoBasheski-cc_by-nc-nd-Natascha

     

    1. ICONS

    Die Fondation Boghossian – Villa Empain lässt eine emblematische Form der sakralen Kunst Revue passieren: Ikonenmalerei. Die Ausstellung Icons zeigt von der Antike bis in die Gegenwart, wie sich Kunst und Spiritualität mit schier unerschöpflichem Erfindungsreichtum immer wieder überschneiden. Neben russischen und europäischen Ikonen mit ihrer fast schon erhabenen Nüchternheit zeigt die Ausstellung auch Werke zeitgenössische Künstler wie Pierre et Gilles, Wim Delvoye und Annette Messager, die mit Talent diese traditionelle Kunstform aufgreifen, neu erfinden oder verfremden!

    Bis zum 24. Oktober 2021, in der Fondation Boghossian – Villa Empain


    (c) Pierre et Gilles, La Madone au cœur blessé – Lio, 1991 – Pinault Collection

     

    2. HYPERREALISME SCULPTURE

    Hyperrealism Sculpture. Ceci n’est pas un corps, die spektakuläre Ausstellung, die bereits um die Welt gegangen ist, macht nun Station in Brüssel. Zu sehen sind einige der eindrucksvollsten Werke der zeitgenössischen Kunst, die den menschlichen Körper in all seinen Formen und Details zelebrieren. Hauttexturen, Hauttöne, Falten, Haare... die hyperrealistischen Skulpturen spielen mit der Illusion. Gezeigt werden unter anderem Werke der Pioniere der aus den USA stammenden Bewegung des Hyperrealismus (Duane Hanson, George Segal) sowie Arbeiten einer neuen Generation (u.a. der Belgierin Berlinde de Bruyckere). Ron Muecks beeindruckendes 5 Meter langes Riesen-Baby wirft die eindringliche Frage auf, was es eigentlich bedeutet, auf der Welt zu sein.

    Vom 25. Juni bis 7. November 2021, Tour & Taxis


    (c) Sam Jinks, Untitled (Kneeling Woman), 2015

     

    3. CHAISE.STOEL.CHAIR - DEFINING DESIGN

    Ausgefallen, bunt oder minimalistisch, aus Holz, Plastik oder Metall – im Design Museum Brussels stehen bei der Ausstellung Chaise.Stoel.Chair. Defining Design diesen Sommer Stühle in allen Formen und Farben im Rampenlicht! Zwischen Bänken, Sofas und Hockern können Sie 100 legendäre Designs bewundern, z. B. Gerrit Rietvelds berühmten rot-blauen Stuhl oder den legendären Thonet-Stuhl, dem ersten Ende des 19. Jahrhunderts in Serie gefertigten Stuhl-Modell. Die poppigen Farben des aufblasbaren Sessels Blow oder die sanft geschwungenen Formen der von Charlotte Perriand und Le Corbusier entworfenen Chaiselongue LC4 machen Lust auf endlose Nachmittage des Nichtstuns...

    Bis zum 29. August 2021, im Design Museum Brussels

     

    4. DOUBLE BILL

    Bei Double Bill im MIMA - Millennium Iconoclast Museum of Art schlagen Sie gleich zwei Fliegen mit einer Klappe, will heißen zwei Ausstellung zum Preis von einer:
    Die erste Ausstellung ,Drama’, The Art of Laurent Durieux zeigt rund einhundert Original-Filmplakate des international renommierten belgischen Künstlers Laurent Durieux.

    Die zweite Ausstellung Abc Of Porn Cinema (für Besucher ab 18 Jahren!) lässt die vier Jahrzehnte des legendären Pornokinos Cinéma ABC und sein halbseidenes Umfeld anhand von zahlreichen Dokumenten, Plakaten, handgemalten Postern, Pressemitteilungen, zensierten Fotos und einer Kunstinstallation Revue passieren. Dieser unverblümte und anrüchige Blick in die Archive bietet jede Menge Stoff für Reflexionen und Kontroversen.

    Vom 27. Juni 2021 bis 9. Januar 2022, im MIMA - Millennium Iconoclast Museum of Art

     

    5. BANKSY: GENIUS OR VANDAL ?

    Bei der Ausstellung Banksy: Genius or Vandal gibt es rund 70 Werke des rätselhaften britischen Streetart-Künstlers Banksy zu sehen. Bei den Exponaten handelt es sich um Leihgaben von privaten Sammlern aus aller Welt. Im Rahmen der interaktiven Ausstellung können die Besucher anhand von Virtual Reality-Effekten tief in Banksys Bilderwelten eintauchen.

    Bis zum 30. September 2021, auf dem Brüsseler Grand-Place


    (c) Eric Ward

     

    6. GUSTAV KLIMT - THE IMMERSIVE EXPERIENCE

    Bei der Ausstellung Gustav Klimt, The Immersive Experience in der Galerie Horta werden die Meisterwerke des österreichischen Jugendstilmalers Gustav Klimt und die wichtigsten Stationen seiner künstlerischen Laufbahn buchstäblich zum Leben erweckt. Hier trifft digitale Kunst auf einen der größten Meister des Jugendstils – virtuelle Bilderwelten, Virtual Reality, eine spektakuläre goldene Spiegelgalerie und Anamorphosen, angewandt auf Werke wie „Der Kuss", sorgen für eindrucksvolle, neue Perspektiven.

    Bis zum 5. September 2021, Galerie Horta


    (c) Gustav Klimt

     

    7. FAKE FOR REAL

    Die Ausstellung Fake for Real im Haus der europäischen Geschichte wirft einen Blick auf das Phänomen der Geschichtsfälschungen von der Antike über das Mittelalter und die Neuzeit bis hin zur Gegenwart. Von der damnatio memoriae, der jahrhundertealten Praxis, Personen aus der offiziellen Geschichtsschreibung zu entfernen, über wissenschaftliche, künstlerische und historische Täuschungen bis hin zu den heutigen Fake News wirft die Ausstellung einen nuancierten Blick auf die Bedeutung von Wahrheit und Lüge und hebt dabei die Notwendigkeit des kritischen Denkens hervor.

    Bis zum 5. Oktober 2021, im Haus der europäischen Geschichte


    (c) Les silos, Maison du livre et de l'affiche, Ville de Chaumont, France

     

    8. JACQUELINE DE JONG– THE ULTIMATE KISS

    Die niederländische Künstlerin Jacqueline de Jong, zählt zu den avantgardistischen Schlüsselfiguren der Nachkriegszeit und wird im Wiels mit der Ausstellung The Ultimate Kiss geehrt. Seit den 1960er-Jahren hat sich die Malerin mit ihrer schier unbändigen Energie als Leitfigur der Kunst der Protestjahre etabliert. Expressionistisch, figurativ und naiv zugleich, spielt ihr Werk mit dem Monströsen und dem Rätselhaften. Mit Spontaneität und exzessivem Stil zeugen Jacqueline de Jongs Arbeiten von sexueller Befreiung und ungehemmter Erotik.

    Bis zum 15. August 2021, im Wiels


    (c) Jacqueline de Jong

     

    9. MABELE ELEKI LOLA ! LA TERRE, PLUS BELLE QUE LE PARADIS

    Bei der ersten Wechselausstellung seit der Wiedereröffnung des komplett modernisierten AfricaMuseums treten zweiundzwanzig monumentale Installationen des aus Kinshasa stammenden Künstlers Freddy Tsimba in einen Dialog mit dreißig Ausstellungsstücken des Museums. Der Ausstellungstitel Mabele eleki lola - La terre, plus belle que le paradis (dt. Die Erde, schöner als das Paradies) erinnert nicht nur an die Notwendigkeit, im Hier und Jetzt zu leben, sondern auch an die enorme Resilienz, die die Kongolesen immer wieder an den Tag legen. Eine spannende Konfrontation zwischen zwei Welten, kuratiert von dem kongolesischen Schriftsteller In Koli Jean Bofane.

    Bis zum 15. August 2021, im AfricaMuseum

     

    10. PIERRE ALECHINSKY – CARTA CANTA 

    Die Rundungen und Formen der Werke von Pierre Alechinsky sind in den Königlichen Museen der Schönen Künste Belgiens zu bewundern. Die Ausstellung Carta Canta präsentiert eine Auswahl von Arbeiten auf Papier des Künstlers, der zu den Gründungsmitgliedern der Avantgardebewegungen COBrA zählte. Farbenfroh, fließend und feinfühlig flirten seine Kalligraphien, Aquarelle und Radierungen mal mit der Abstraktion, mal mit dem Surrealismus und entführen den Betrachter in andere Welten. Von Raum zu Raum stellt Carta Canta immer wieder Verknüpfungen zwischen dem Künstler und den Werken aus der Museumssammlung her – von Ensor bis Magritte.

    Bis zum 1. August, in den Königlichen Museen der Schönen Künste Belgiens


    (c) Pierre Alechinsky