Marionettentheater - Théâtre Royal de Toone

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Während der spanischen Besetzung der Niederlande wurden zwangsweise sämtliche Theater geschlossen, um Kritik - in Form von satirischen Stücken - an den spanischen Herrschern zu unterbinden. Die Brüsseler haben alsdann die Schauspieler durch Marionetten ("Poechenelles" in Brüsseler Mundart) ersetzt, die in illegalen Theatern auftragen.
Anfang des 19. Jahrhunderts zählten die Brüsseler Marionettentheater zu den beliebtesten Vergnügungen für Erwachsene, denn sie boten eine enorme Freiheit, benötigen nur wenig finanzielle Mittel und konnten überall aufgeführt werden. Ihr Repertoire ist bis heute sehr vielfältig und reicht von volkstümlichen Legenden über Rittergeschichten bis hin zu religiösen oder historischen Stücken, die sehr frei interpretiert werden.
Seit der Gründung des Theaters im Marollenviertel ist nun bereits die 9. Puppenspielergeneration der Toone-Dynastie am Werk. Der jeweils neue Toone (Brüsseler Kosename für "Antoine", so der Vorname des Gründers) muss sowohl von seinem Vorgänger als auch von dem Publikum angenommen werden - und so ist es nicht unbedingt der jeweilige Sohn, der die Nachfolge antritt.
Die Klassiker werden in Brüsseler Mundart und manchmal auch auf Niederländisch oder Französisch aufgeführt.
Das Théâtre de Toone birgt auch ein urige Schenke und ein Marionettenmuseum.

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